Verdauungssystem: Reizdarm- & Reizmagen-Syndrom

By | 5. Mai 2015
Magenbeschwerden (Reizdarm)

Magenbeschwerden (Reizdarm) (Bildlizenz: © Jupiterimages/Polka Dot/Thinkstock)

Magendruck, saures Aufstoßen, Brechreiz, Übelkeit, sowie Blähungen, Durchfall und Verstopfung – jeder von uns kennt gelegentliche Verdauungsprobleme. Treten diese jedoch häufiger und in Kombination auf, kann es ein Hinweis auf ein Reizdarm- & Reizmagen-Syndrom sein. Ein Arztbesuch ist Pflicht!

Was versteht man unter Reizdarm und Reizmagen?

Sowohl Reizmagen als auch Reizdarm sind Funktionsstörungen des Verdauungstraktes, jedoch ohne dass eine organische Erkrankung vorliegt. Beide Erkrankungen treten allein oder in Kombination auf, haben aber eines gemeinsam und zwar wiederkehrende Schmerzen im Verdauungstrakt. Darüber hinaus unterscheiden sich Reizmagen und Reizdarm aber durch unterschiedliche Beschwerden:

Der Reizmagen wird auch als „funktionelle Dyspepsie“ bezeichnet. Von Reizmagen sprechen Fachleute, wenn Beschwerden über drei Monate anhalten oder binnen weniger Tage wieder kommen. Die Ursachen sind weitgehend unbekannt, vermutet werden jedoch:

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder -allergien
  • Stresszustände
  • Übersäuerung oder ein Salzsäuremangel des Magens

Die typischen Symptome sind

  • Oberbauchbeschwerden, die im Hungerzustand auftreten  bzw. durch Nahrungsaufnahme gebessert werden
  • sowie nach der Nahrungszufuhr: vorzeitiges Sättigungsgefühl, Völlegefühl, Druckgefühl, Übelkeit, Brechreiz bzw. Erbrechen

Den Reizdarm, auch Reizdarm-Syndrom genannt, diagnostiziert ein Arzt ebenfalls erst, wenn der Betroffene drei Monate lang Beschwerden hatte. Auch in diesem Fall sind die Ursachen ungeklärt, werden jedoch überwiegend in einer psychischen Belastung wie Stress und Angst gesehen. Die Betroffenen – etwa doppelt so häufig Frauen wie Männer – leiden in den meisten Fällen unter:

  • Dickdarm- und Unterleibsbeschwerden
  • Durchfälle (meist nach dem Essen oder gleich nach dem Aufstehen)
  • Verstopfung, teilweise auch im Wechsel
  • Blähungen
  • Schleimbeimengungen im Stuhl

Diagnose nur vom Arzt

Weil beide Erkrankungen keine organischen Ursachen haben, ist es bis zur endgültigen Diagnose für die Betroffenen häufig ein langer Weg. Oft hilft bei der Diagnose nur das Ausschlussverfahren. Dabei durchlaufen die Patienten verschiedene Untersuchungen wie Laboruntersuchungen (von Stuhl und Blut) sowie technische Untersuchungen (Spiegelung oder Ultraschall), anhand derer Ergebnisse man ernsthafte Krankheiten oder Unverträglichkeiten ausschließen will. Wichtig: Nur ein Arzt kann die endgültige Diagnose stellen. Für weitere Informationen zu Reizdarm und Reizmagen kann man sich aber vorab dennoch auf Portalen im Netz umsehen.

Therapiemöglichkeiten und Hilfe

Aufgrund des Fehlens einer organischen Ursache gibt es für einen Reizmagen und einen Reizdarm zurzeit keine ursächliche Therapie, sondern nur die Linderung der Symptome. So versucht man zum Beispiel über eine Ernährungsumstellung, eine medikamentöse Behandlung einzelner Beschwerden (zum Beispiel mit Schmerzmitteln und krampflösenden Arzneien) sowie über psychisch unterstützende Maßnahmen wie einer Psychotherapie die Erkrankungen in den Griff zu bekommen. Hilfreich für Zuhause können sein:

  • Essen: Fettreiche und blähende Speisen sowie große Portionen sollte man vermeiden. Den Hunger lieber mit mehreren kleinen, leicht bekömmlichen und gut zerkauten Mahlzeiten stillen. Ebenfalls belastend für das Verdauungssystem sind Rauchen sowie Kaffee und Alkohol. Also: Verzichten Sie darauf!
  • Bewegung: Allgemein kann man mit unterschiedlichen Sportarten und einer ausreichenden Bewegung wieder zu einem funktionstüchtigen Darm beitragen. Besonders hilfreich sind Sportarten, bei denen ein hohes Maß an Konzentration gefordert ist wie zum Beispiel Yoga.

Autor: Wolfgang Schmidt (Freier Mitarbeiter, Redakteur)