Parasiten: Lästige Untermieter im Körper

By | 3. März 2020

Parasiten

Parasiten gibt es schon so lange, wie es den Menschen gibt. Durch immer bessere hygienische Maßnahmen und medizinische Behandlungen treten Parasiten hierzulande heute nur noch selten auf. Das könnte übrigens sogar ein Nachteil für uns sein, vermuten manche Wissenschaftler (1). Die Abwesenheit bestimmter Würmer könnte Menschen anfälliger für Allergien machen. Allerdings sind die Risiken eines Parasitenbefalls wohl ungleich höher als dieser positive Effekt.

Welche Parasiten gibt es hierzulande?

Parasiten sind Lebewesen, die auf oder im menschlichen Körper leben. Häufig leben sie im Darm und ernähren sich dort auf unsere Kosten. Die Parasiten, die Menschen befallen können, lassen sich in drei große Gruppen einteilen (2).

  • Insekten und Spinnentiere: Dazu gehören unter anderem Flöhe, Läuse und Milben.
  • Würmer: Dazu zählen zum Beispiel im Darm lebende Bandwürmer, Fadenwürmer, Spulwürmer, Madenwürmer und Hakenwürmer.
  • Einzeller: Zu den einzelligen Darmparasiten gehören unter anderem Lamblien (Giardien), Kryptosporidien und bestimmte Amöben.

Symptome und Hinweise auf Parasitenbefall

Parasiten wie Läuse lassen sich sehr leicht erkennen.

Laus

Laus (C) Bild von gkgegk auf Pixabay

Leben die Untermieter jedoch in unserem Darm, wird es schwieriger. Denn die Symptome sind je nach Parasit und Grad des Befalls sehr unterschiedlich. Mögliche Symptome eines Befalls mit Darmparasiten:

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall, Blähungen und andere Verdauungsprobleme
  • Müdigkeit und Erschöpfung durch Blutverlust
  • Blutarmut
  • Fieber
  • Unerklärliche Gewichtsabnahme
  • Juckreiz an der Analregion (typisch für Madenwurmbefall, der bei Kindern auch heute noch vergleichsweise häufig vorkommt)

Gerade weil ein Befall heute selten ist, sollten unklare Symptome immer genau untersucht werden. Das gilt vor allem, wenn man einen Urlaub in tropischen Ländern verbracht hat, wo Parasiten deutlich häufiger auftreten als bei uns. Denn oft wird nicht selbst von erfahrenen Ärzten nicht sofort an einen Parasitenbefall gedacht. Allerdings können alle der genannten Symptome auch völlig andere Ursachen haben. Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Reizdarm und andere Erkrankungen können sich zum Teil ganz ähnlich äußern.

Was kann man gegen Parasiten tun?

Parasiten können über verunreinigte Nahrungsmittel in den menschlichen Körper gelangen. Dieser Übertragungsweg ist bei uns seltener geworden, da seit Jahrhunderten entsprechende Kontrollen und Hygienemaßnahmen erfolgen. Auch über Haustiere ist eine Übertragung auf den Menschen zum Teil möglich. Darum sollten Hunde und Freigänger-Katzen regelmäßig entwurmt werden. In Afrika und Asien gehört auch das Baden in verunreinigtem Wasser zu einer möglichen Ansteckungsquelle. In diesem Fall dringen die Parasiten (zum Beispiel die Pärchenegel, auch Schistosomen genannt) über die Haut ein. Auch im Fleisch von Schweinen, Rindern und Fischen können sich Parasiten befinden, die vor allem beim Rohverzehr gefährlich werden.

Zur Diagnose eines Parasitenbefalls untersucht der Arzt meist eine Blut- und eine Stuhlprobe. Im Stuhl lassen sich bestimmte Parasiten, deren Eier oder Zysten mikroskopisch erkennen. Allerdings ist der Nachweis oft nicht durchgängig in jeder Probe möglich. Deshalb wird bei einem starken Verdacht unter Umständen eine umfangreichere Diagnostik nötig. Fast alle Parasiten lassen sich dann mit entsprechenden Mitteln gut behandeln.

Bei unklaren Symptomen sollte man immer einen Arzt aufsuchen. Experten wie der gemeinnützige Parasitenfrei Schweizer Verein raten davon ab, auf eigene Faust und rein auf Verdacht hin einen möglichen Parasitenbefall selbst zu therapieren. Auch wenn im Handel viele (zum Teil unwirksame, überteuerte oder sogar gefährliche) Mittel angeboten werden.

Über die Autorin

Dr. Silvia Nold ist promovierte Biologin mit mehrjähriger Erfahrung in der medizinisch-wissenschaftlichen Diagnostik.

Quellen

  1. Lorimer J1. Hookworms Make Us Human: The Microbiome, Eco-immunology, and a Probiotic Turn in Western Health Care. Med Anthropol Q. 2019 Mar;33(1):60-79.
  2. Haque, R. Human Intestinal Parasites. J Health Popul Nutr. 2007 Dec; 25(4): 387–391.